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25. Februar 2005: Fondsanleger gehen leer aus

Von Peter Dreier, Rechtsanwalt

Ein Fondsprospekt ist nicht deshalb unrichtig oder unvollständig, wenn er nicht auf den beabsichtigten Investitionsschwerpunkt im „Neuen Markt“ hingewiesen hat. Das hat der BGH im Rahmen einer Prospekthaftungsklage gegen einen Fondsinitiator entschieden.

Die Kläger erwarben im Jahr 2000 Anteile an dem Juliuas Bär Creativ-Fonds, den die beklagte Kapitalanlagegesellschaft im Dezember 1999 aufgelegt hat. 

Nach einem starken Kursverfall der Anteile vertreten die klagenden Anleger die Auffassung, dass der Fondsprospekt sie nicht ausreichend informiert habe. Es wurde nicht explizit angegeben, dass überwiegend im „Neuen Markt“ investiert werden soll.

Der BGH hat zu Gunsten des Fondsinitiators entschieden: Die Anleger hätten sich im Prospekt ausreichend über mögliche Risiken informieren können. Der Prospekt vermittle den Gesamteindruck, dass es sich bei dem Fonds um eine sehr riskante Anlage handele, die erheblicher Spekulation unterliege. Er enthalte eine Beschreibung der Anlageziele und der Anlagepolitik, die einer wesentlichen Investition in den „Neuen Markt“ entspreche.

Anmerkung: Für Anleger ist das Urteil wenig erfreulich. Je abstrakter Prospekte formuliert sind, desto weniger haftet zukünftig die Fondsgesellschaft. Wenn sich die Fondsgesellschaft eindeutig für die Anlage in einem Marktsegment, wie z.B. dem „Neuen Markt“, entscheidet, dann sollte dies auch angegeben werden müssen.


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